In der Architektur von heute markiert die Gebäudezertifizierung einen Schlüsselindikator für nachhaltige und ethische Baupraxis, indem sie verdeutlicht, wie ein Bauwerk umweltbezogenen und sozialen Richtlinien entspricht. Wir richten das Augenmerk auf vier bedeutende Zertifikate: LEED Zertifizierung, QNG Siegel, DGNB Zertifizierung und Cradle to Cradle (C2C).

LEED-Gebäudezertifizierung

LEED Gebäudezertifizierung

LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design und ist weltweit anerkannt. Entwickelt vom US Green Building Council, wird es breit eingesetzt. Sowohl Nutzer als auch internationale Immobilienmärkte schätzen es.

Die Bewertung erfolgt in acht Schlüsselbereichen. Zuerst wird die infrastrukturelle Anbindung des Standortes geprüft. Dann die Qualitäten des Grundstücks selbst. Wassereffizienz ist ebenso ein wichtiger Bereich. Es folgen Energie und globale Umweltwirkungen.

Materialkreisläufe und Ressourcenschonung stehen ebenfalls auf dem Prüfstand. Die Innenraumluftqualität wird nicht vernachlässigt. Innovationen fließen in die Bewertung ein, sowie Boni für standortspezifische Besonderheiten.

Das System ist auf die Anforderungen verschiedener Bauaufgaben zugeschnitten und bietet folgende Varianten:

Von Certified bis Platinum: Der Weg zur LEED-Gebäudezertifizierung

Die Punkte summieren sich zu einer Gesamtbewertung, die von „Certified“ (40-49 Punkte), über „Silver“ (50-59 Punkte) und „Gold“ (60-79 Punkte), bis hin zu „Platinum“ (80+ Punkte) reicht.

Die Überprüfung der Nachweise bezüglich der Anforderungen der Kriterien erfolgt durch die GBCI. Die Gebühren für die Projektanmeldung und -prüfung richten sich nach der Projektgröße. Die Honorare für den LEED-Berater, der den Zertifizierungsprozess steuert und die Kommunikation mit dem GBCI übernimmt, sowie für die speziell beauftragten Nachweisführungen von Kriterien, sind gesondert mit dem jeweiligen Berater oder geeigneten Dienstleistern zu verhandeln bzw. es empfiehlt sich, verschiedene Angebote einzuholen.

QNG Siegel

QNG Siegel und Gebäudezertifizierung

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) steht hinter dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Dieses Siegel unterstützt ein einheitliches Nachhaltigkeitsverständnis und liefert eine Basis für Fördermittel.

Zwei Stufen kennzeichnen das QNG-Zertifikat: „PLUS“ und „PREMIUM“. Diese hängen von bestimmten Kriterien ab. Es geht um ökologische, soziokulturelle und ökonomische Aspekte von Gebäuden.

Für die Erlangung des Zertifikats müssen Gebäude nach einem anerkannten Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen zertifiziert sein. Spezielle, öffentlich relevante Bedingungen müssen ebenfalls erfüllt werden. In Deutschland bewährte Systeme zur Bewertung nachhaltigen Bauens bilden die Grundlage. Die Zertifizierung gewährleistet eine umfassende Planung und macht die Gebäudequalitäten transparent.

Die  Bewertungssysteme fokussieren sich dabei auf folgende Themen:

DGNB Gebäudezertifizierung

DGNB Gebäudezertifizierung

Das DGNB Zertifikat (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) ist eine Auszeichnung für Gebäude und Quartiere, die nach nachhaltigen Prinzipien geplant, gebaut und betrieben werden. 

Das Zertifikat wird in verschiedenen Stufen (Bronze, Silber, Gold und Platin) vergeben, je nachdem, wie gut ein Gebäude oder Quartier in den verschiedenen Themenbereichen abschneidet.

Kriterien und Anforderungen

Die wichtigsten Kriterien für die DGNB-Zertifizierung sind in Katalogen organisiert, die spezifisch für verschiedene Gebäude- oder Quartierstypen und ihre Lebenszyklusphasen sind. Hier sind einige der Kernaspekte, die in verschiedenen Dokumenten und Websites hervorgehoben wurden:

  1. Themenfelder für Neubauten: Für Gebäude-Neubauten umfasste die DGNB-Zertifizierung (Version 2018) 37 Kriterien aus den Themenfeldern:
    • Ökologische Qualität
    • Ökonomische Qualität
    • Soziokulturelle und funktionale Qualität
    • Technische Qualität
    • Prozessqualität
    • Standortqualität

In der Version 2023 sind es 29 Kriterien, wobei nicht jedes Kriterium für jedes Nutzungsprofil relevant ist​​.

  1. Anforderungen an Projekte: Die konkreten Anforderungen an ein Projekt bei der DGNB-Zertifizierung sind in den Kriterienkatalogen des DGNB-Systems formuliert. Welche Variante des DGNB-Systems für ein Projekt relevant ist, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Lebenszyklusphase sich das Projekt befindet und was der konkrete Gebäude- oder Quartiersnutzungstyp ist​.
  1. Nachhaltige Quartiere: Seit 2012 bietet die DGNB ein Zertifizierungssystem für nachhaltige Quartiere an, bei dem die Circular Economy, Klimaschutz und die Gesundheit des Menschen im Vordergrund stehen. Alle Kriterien sind in der überarbeiteten Version mit den globalen Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen abgeglichen​.
  2. Harmonisierung mit EU-Taxonomie und Level(s): Die Kriterien wurden auch mit den Anforderungen der EU-Taxonomie und des europäischen Rahmenwerks Level(s) harmonisiert​​.

Cradle to Cradle (C2C)

Cradle to Cradle (C2C) Gebäudezertifizierung

Die Cradle to Cradle Certified® (C2C) Zertifizierung gilt weltweit als Maßstab für nachhaltige Produkte, vor allem im Baubereich. Sie teilt sich in verschiedene Stufen auf, die die Umweltverträglichkeit eines Produkts würdigen.

Von der Basisstufe in Version 3.1 beginnend, steigen die Niveaus über Bronze und Silber zu Gold und schließlich zu Platin.

Produkte werden in fünf Kategorien geprüft: Materialgesundheit, Wiederverwertbarkeit, Schutz von Luft und Klima, nachhaltige Nutzung von Wasser und Boden sowie soziale Verantwortung. Mit jeder Stufe steigen die Anforderungen in diesen Bereichen.

Die Vergabe der Zertifizierung richtet sich nach vier steigenden Leistungsebenen: Bronze, Silber, Gold und Platin. Sie spiegeln die Bewertung in den genannten Kategorien wider.

Wie Luccid bei der Gebäudezertifizierung Architekten und Bauinvestoren unterstützen kann

Die genannten Gebäudezertifizierungen stellen hohe Anforderungen an Architekten und Bauherren. Luccid kann hierbei eine entscheidende Unterstützung bieten. Durch die innovative Technologie von Luccid werden relevante Baucodes und lokale Vorschriften auf Knopfdruck zusammengestellt und in einem strukturierten Format bereitgestellt. Dies erleichtert den Prozess der Einhaltung dieser Standards und Zertifizierungen erheblich, wodurch Projekte nicht nur konform, sondern auch außergewöhnlich gestaltet werden können. Luccid hilft dabei, den Fokus wieder auf das Design und die Qualität des Gebäudes zu legen, anstatt sich in.

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